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Freitag, 5. August 2011

2. Backnanger Kultrock-Nacht am 5.5.2012

Eingestellt von Chap



Bevor wir uns dem kommenden Ereignis zuwenden, ein kurzer Rückblick auf die erste Backnanger Kultrock-Nacht am 8.5.2010. Fazit: Der Abend war ein toller Erfolg.
Es hätten aber durchaus noch ein paar Rocker mehr kommen können. Diejenigen, die da sein konnten, waren voll des Lobes. Zum einen gefiel die Organisation der Veranstaltung, zum anderen war der Sound "Extraklasse". Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gab es in der Stadthalle noch nie Klänge in dieser Qualität zu hören. Catering und Technik kamen also sehr gut an. Und was war mit der Musik? Zunächst muss festgestellt werden, dass es ein Ziel der Organisatoren war, möglichst die Originalbesetzungen auftreten zu lassen. Dieses Ziel brachte z.T. Leute auf die Bühne, die aus ganz Deutschland anreisten. Insgesamt waren es 7 Formationen: The Scene, Quinn's Park, Catweezle, Forget It Skiffle Group, High Tension, Skyway und The Craic. Konzertbericht: Abwechslungsreiches Programm mit starken Reminiszenzen an die Sechziger und Siebziger Jahre. Da wurden viele Erinnerungen wach. Die Bands gaben ihr Bestes. Selbst ein Schlagzeugsolo zu In-A-Gadda-Da-Vida war zu hören. "Es war wie ein Klassentreffen nach 30 Jahren. Das muss wiederholt werden.."

Nun ist es so weit. Die Organisatoren haben sich zur 2. Auflage dieses Spektakels entschlossen. Der Termin steht:

Samstag, den 5. Mai 2012 in der Stadthalle Backnang

Die Besetzung ebenfalls. Es werden zu hören sein:

Bad Boyz, barbeeQ, Forget It Skiffle Group, High Tension, Skyway, XXX (Triple X) und The Craic.

Da ist alles dabei, was der gereifte Rocker braucht; vom Kistenbass und Waschbrett bis zum fetten Hardrock.
Veranstalter ist der "Club Backnang".

Weitere Infos folgen.....


Mittwoch, 3. März 2010

Mega-Event in der Stadthalle am 8. Mai 2010

Eingestellt von Chap




Montag, 23. März 2009

The Pipes anno 1966

Eingestellt von Chap



The Pipes (verfasst von Gert Pfundt)

Die ersten Töne der neuen Beatmusik hatte ich aus der Musikbox einer Gaststätte in Oppenweiler gehört: „Twist and Shout“ von den Beatles. Das war 1964, ich hatte grade 3 Jahre erfolglosen Akkordeon – Unterricht zum Ende gebracht, und diese Musik hat mich umgehauen. In diesen Jahren gab es in Backnang eine Live – Band, The Blizzards, die spielten Shadows – Covers, und zwar schon ziemlich laut, mit Schlagzeug, Bass, Gitarren und richtigen Verstärkern. Ich saß bei einem ihrer Auftritte auf der Holzbühne mit dem Rücken zur Bassdrum, der Schalldruck war stimulierend. Da musste man erst mal hinkommen.


So gab ich mein Bestes am Schifferklavier, zusammen mit Jürgen Schäfer und meinem Freund Klaus Gaisser. Der hatte schon eine Wandergitarre, wir waren auf dem Weg… Nach einigen Schulkonzerten und Schützenvereinsfeiern stieß ein begnadeter junger Clapton - Fan an der Gitarre zu uns: Günter Eckert aus Kirchberg spielte damals alle Soli nur mit 2, maximal 3 Fingern, das klang gut. Ich durfte meine Quetsche weglegen und dafür den Sänger der neuen Band geben, später auch an einem rudimentären Schlagzeug mit Snare, Hi Hat und 1 Becken Platz nehmen. Der Bandname war bald gefunden, The Pipes aus Backnang hatten 1966 Geburtsstunde.


Einen ersten Achtungserfolg erziehlten wir auf dem Beat – Nachmittag für Mittelstufe (sonst bekannt für Stehblues-Gelegenheiten bei herabgelassenen Rollos) am Gymnasium: Bei einem Musikwettbewerb (jede Klasse durfte 1 Bewerber melden) fuhren wir den ersten und zweiten Platz ein (wir waren aus 2 verschiedenen Klassen). Wir spielten damals mit geliehenen Verstärkern von den Unknown Four, und für einen „Gig“ im Musikunterricht wurden alte Röhrenradios aus den elterlichen Wohnzimmern als Verstärker abgezogen. Unsere ersten Stücke die wir spielten waren „House of The Rising Sun“ (Animals) und „Poor Boy“ (Lords).

Wir hatten auch einen Gastgitarristen, „Tex“ aus USA (Texas), der uns mit „Classical Gas“ Horizonte öffnete. Er starb Jahre später an den Folgen seines Drogenkonsums. Danach bekamen wir weiteren Zuwachs mit Norbert „Schnuppe“ Rettenmaier, still going crazy after all these years, der uns gesanglich verstärkte und zusammen mit Jürgen Schäfer und mir wechselweise die (immer noch geliehene) Bassdrum trat. Ich durfte gelegentlich erste Töne aus einem kleinen Höfner – Bass herauszerren (und war sofort für meinen „schweren“ Anschlag bekannt). Um noch Gitarre zu lernen kam ich mir damals mit 14 Jahren zu alt vor…

Wir hatten auf der Höhe unserer jungen Bandkarriere 1967 einen Gig vor 800 Mannen (und Mädels) in der sagenumwobenen Kleintierzüchter – Vereinshalle. Unsere Vorband, die Cowshed Impressions trafen an diesem Abend nicht so ganz den Publikumsgeschmack (sie waren die erste Psychedelic – Experimentalband Backnangs), und wir mussten /durften unser Programm 2x hintereinander spielen.

Um 22:00 kam die Polizei und suchte nach Minderjährigen – keiner aus der Band war 16, keiner hatte seine Eltern dabei, und so wurden wir kurzerhand für eine halbe Stunde in der Umkleidekabine weggeschlossen. Als Gage gabs pro Musiker 10,- DM und eine Bratwurscht, dafür wurde ein Impressario und Werbefachmann (PeWaF!) auf unsere Künste aufmerksam und wollte uns groß rausbringen, der Anfang war also gemacht.

Wie dies bei aufstrebenden Künstlern aber gelegentlich vorkommt, bröckelten mit der Androhung weiterer Erfolge die Grundfesten unseres Stammpersonals: Jürgen Schäfer wollte sich eher an der neuen Hammond – Orgel in sein Zimmer zurückziehen. Schnuppe war nicht mehr so recht zu begeistern, und Günter Eckert hatte Versetzungsstress. Wenig später war er bei High Tension wieder im Geschäft. The Pipes bestanden plötzlich nur noch aus Klauss Gaisser und Gert Pfundt, das konnte nicht so bleiben.

Ein Klassenkamerad wurde aus seiner Band abgeworben, Stefan Blaich schrammelte fortan die Rhythmusgitarre, und ich hatte die Ehre, einen mit glatten 16 Jahren schon sehr reifen Künstler in sein neues Instrument einzuweisen: Der neue Schlagzeuger hieß Gerd Kobald, der jüngere Vetter von Chap (siehe High Tension). Er brachte neben Talent und Energie sagenhafte 600,-DM für den Erwerb eines eigenen Sonor – Schlagzeuges mit. Wir waren wieder komplett, und der alte Name, The Pipes wurde uns dummerweise zu eng. – Tiger Rubin waren geboren!

Fortsetzung siehe dort.

gertpfundt@aol.com


Mittwoch, 11. Februar 2009

High Tension - Backnanger Rockmusik der ersten Stunde

Eingestellt von Chap



"Get Off Of My Cloud" von den Rolling Stones sollte meine erste Singleschallplatte werden. Das war 1965 im Sommer. Also fuhr ich mit dem Fahrrad von Sachsenweiler nach Backnang zum Burgel in der Nähe des Rathauses. Es gab dort eine Theke mit 4 oder 5 Kopfhörern, wo man seine Favoriten vorhören konnte. Die Hörer steckten einzeln in entsprechenden Löchern in der Theke. Von dort zog man diese hoch an die Ohren und lauschte dem, was der Verkäufer, natürlich von Hand, auf die Plattenteller legte. Meine Wunschplatte war tatsächlich da und ich erwarb das gute Stück für DM 4,--. Zuhause angekommen, legte ich meine Erwerbung auf und lauschte voll gespannter Erwartung dem anfänglichen Knistern. Alsbald tönte es aus dem Radiolautsprecher (Stereo gab es zwar schon, aber nicht bei uns zuhause). Doch was da raus kam, waren nicht die Rolling Stones, sondern irgendeine Blaskapelle. Entsetzt schwang ich mich auf meinen Drahtesel und zischte wieder nach Backnang, um meiner Entrüstung Ausdruck zu verleihen und den Austausch des Musikträgers zu verlangen. Der Verkäufer war einsichtig, jedoch war kein weiteres Exemplar dieser Aufnahme vorrätig. Ich wollte aber nicht ohne "Beute" heim fahren. So kam es, dass meine erste Single "Yesterday Man" von Chris Andrews war. Meine nächsten Käufe waren Barbara Ann von den Beach Boys, Hold Tight von Dave Dee & Co. und Paperback Writer von den Beatles.

Es muss wohl Anfang 1968 gewesen sein als ich Interesse am Schlagzeug spielen entwickelte. Maßgeblich beteiligt war mein Vetter Gerd, der selbst schon in der Band "(Name entfallen)" mitspielte und mir die allerersten Grundlagen beibrachte. Zunächst auf Sitzkissen und Polstermöbel probierte ich mit den Größen der Drummerwelt mitzutrommeln. Es machte Spaß und so war ich sehr interessiert als sich in meiner Schulklasse einige Kameraden zu einer Band formierten. Mein Problem war: ohne Schlagzeug keine Band. Das einzige Drumset, welches in Backnang erschwinglich war, sollte DM 350,-- kosten. Es war ein lausiges Teil, bei dem als Resonanzfelle Papier eingespannt war. Es gab aber nichts Besseres, also verdingte ich mich im Sommer 1968 als Ferienjobber bei AEG-Telefunken und schaffte es tatsächlich, das Geld in 4-wöchiger Knochenarbeitzu beschaffen (Stundenlohn ca. 2 DM).

Nach den Sommerferien ging es los mit den Proben. High Tension bestand anfänglich aus Dieter "Steppi" Müller -Bass, Herbert "Jungi" Junginger -Keyboards, Gitarre-Günter Eckert -Gitarre, Gesang-Reinhard "Chap" Kobald -Drums.

Einige Wochen später kam hinzu Winfried "Winni" Stahl -Gitarre, Gesang.

Unser Proberaum war im Keller von Jungingers Haus in der Kirschengasse 40 in BK-Steinbach. Wir genossen die intensive beinahe mütterliche Zuwendung von Jungis Mama. Regelmäßig wurden Kuchen und andere Leckereien gereicht. Zum benachbarten Mostkeller hatten wir uneingeschränkten Zutritt. Nur in ganz wenigen Fällen gab es Beanstandungen hinsichtlich der Lautstärke. Wir fühlten uns immer wohl in Jungingers Haus. (Der Clou: Selbst nach dem Ende von HT, als aus den Überresten von HT die Nachfolgeband Dactylus entstand, konnten wir in diesem Haus bleiben, obwohl Jungi gar nicht mehr dabei war. Das nenne ich großzügig.)

Die Instrumente und das übrige Equipment von HT waren sehr einfach und zum Teil selbst gebaut. Steppi Müller hatte Ahnung von Elektronik und lötete Verstärker und Lautsprecherboxen zusammen. Seine Glanzstücke waren Imitate von Marshall-Gitarrenverstärkern und die gigantische Allzweck-Lautsprecherbox mit den Ausmaßen und dem Gewicht eines amerikanischen Kühlschrankes. Die Box wurde von vielerlei Quellen angesteuert, deshalb war der Verlust an Transparenz nicht zu überhören. Jungis Orgel hatte damals die Angewohnheit, 2 Stunden nach dem Einschalten die Tonhöhe ständig zu verändern, was dem einem harmonischen Klangbild im Zusammenspiel mit den Gitarren abträglich war. Erst nach 2-3 Stunden hatte sich das Tasteninstrument auf eine Tonhöhe festgelegt und man konnte damit beginnen, andere Instrumente danach zu stimmen. Mama Junginger hatte also die Aufgabe, die Orgel samstags um ca. 11 Uhr einzuschalten, damit wir dann um 14 Uhr gleich loslegen konnten.

War unser Repertoire anfänglich eher rockig und bluesig, so lag das primär an Günter. Er brachte Stücke mit in die Probe, die er zuhause vorbereitet hatte, darunter Songs von Cream, John Mayall und Free. Wir wagten es sogar, Songs zu spielen, die selbst heute äußerst selten nachgespielt werden, wie In-A-Gadda-Da-Vida von Iron Butterfly oder "You Keep Me Hanging On" von Velvet Underground.

Mit dem Eintritt von Winni wurde unser Gesangspotential deutlich verbessert. Winnis und Günters Stimmen harmonierten gut und so konnten wir nun Songs mit anspruchsvolleren Gesangsparts probieren wie "Nights In White Satin". Winni gelang es sogar "Into The Fire" von Deep Purple zu singen, wenn auch hörbar am Limit. Auch Partysongs wie "La Bamba" von Richie Valens gehörten bald zu den Standards von High Tension. Die meisten Titel in unserem Repertoire stammten von Creedence Clearwater Revival (CCR). Proud Mary, Who'll Stop The Rain, Green River, Down On The Corner, Suzie Q. waren die bekanntesten. Ein Highlight zu Beginn von HT war "Apache" (Shadows) mit Jungi an der Sologitarre. Aber auch Jungis Orgelspiel bei "A Whiter Shade Of Pale" (Procol Harum) war und ist heute noch hörenswert.

Im Januar 1969 war es dann so weit: Es gab den ersten Gig (damals hieß das "Auftritt") im Gymnasium Backnang (damals das einzige Gymnasium in Backnang und deshalb ohne "Max-Born") anlässlich eines "Tanztees". Der Tanztee war eine unregelmäßige schulische Veranstaltung im Gymnasium Backnang, die heute unter dem Begriff "Disco" ablaufen würde. Der Ort des Geschehens war der "Projex" (Projektionssaal). Die Resonanz im Publikum eher verhalten. Das hatte wohl 2 Gründe: 1. Was war das für Musik, die da gespielt wurde? 2. Egal, was das für Musik war, die Darbietung war grausam. Also wieder zurück in den Probekeller und üben!

Im Laufe der nächsten 2 1/2 Jahre hatte HT 35 Gigs. Die meisten davon in Kasernen des amerikanischen Militärs. 1970 spielten wir dort monatelang 1 x pro Woche. Manchmal auch 2 mal (freitags und samstags). Damals war Samstag Schultag und es war immer spannend, sich selbst zu beobachten, wie man den Unterricht als Außenstehender überlebt, weil man erst um 3 Uhr im Bett lag. Die Zeit war zwar ziemlich stressig, aber durch die Vielzahl der Gigs in den Ami-Clubs kam ordentlich Geld in die Kasse. So konnte ich den Kredit für das Ludwig-Drum-Set (2000 Mark), welches ich im Sommer 1969 gekauft hatte, recht schnell zurückzahlen. Auch sorgten die vielen Gigs für den Feinschliff sowohl im Sound als auch bei der Spieltechnik.

Es gibt eine Vielzahl von Tondokumenten von den Proben im Keller und einigen Auftritten. Steppi Müller hat diese feinsäuberlich archiviert und mir anlässlich meines 50. Geburtstages einige CDs zusammengestellt. Ein paar davon sollen hier auch zugänglich gemacht werden. Es sind "einfache" Aufnahmen dabei, die auch so klingen (Kassettenrekorder mit Mikrofon auf irgendeinem Tisch im Saal, z.B. der Auftritt in der Handelsschule Seminar), aber dennoch einen Eindruck von der Atmosphäre vermitteln. Und es gibt wirklich gelungene Mitschnitte, die zeigen, dass diese Truppe gut harmonierte, in der aber auch noch viel Potential steckte. Leider kam für HT im Juni 1971 nach dem Auftritt beim 1. Backnanger Straßenfest das Aus. Jungi und Winni gingen zum Wehrdienst bzw. studieren.

Die übrigen Musiker von HT kamen allesamt in anderen Formationen unter. Auch Jungi und Winni kehrten bald darauf wieder in die Backnanger Musikszene zurück. Aber das ist eine andere Geschichte.